Donnerstag, 26. April 2012

Kurzgeschichte von mir (: Titel: Fallen...

Seit dem Tag unserer Geburt lernte man uns, dass man niemanden mehr lieben dürfe als Gott. Im Kindergarten sangen wir Lieder, über Engel, die in Ungnade gefallen waren und denen Gott ihre Schwingen genommen hatte. Damals war es einfach für mich daran zu glauben, dass der Herr niemanden in seinem Reich duldete, der ihn nicht mehr als alles andere liebt und ihn an erste Stelle stellt. Ich hielt mich daran und an seine anderen Gebote.
 Ich lehnte mich nicht gegen meine Eltern auf, verheimlichte nichts und sprach über alles mit meinem Gott. Ich hätte niemals gedacht, dass es einen Tag in meinem Leben geben würde, an dem ich Gottes Gebote und ihn selbst in Frage stellen würde. Doch der Tag war gekommen. Und damit das Ende meines Lebens. Ich habe dich vom ersten Moment an gemocht. Wollte mehr als alles andere mit dir befreundet sein und etwas mit dir unternehmen. Wenn ich jetzt an den Anfang zurückdenke, glaube ich, dass du mich womöglich ziemlich nervtötend fandest. Nichts desto trotz hast du mich in dein Leben gelassen. Weder meine Eltern, noch meine anderen Freunde wurden misstrauisch, aber ich fühlte mich von Tag zu Tag mit dir seltsamer. 
Ich verschloss mich vor Gott und ließ ihn nicht mehr an meinen Gedanken teilhaben. Wenn ich abends vor meinem Bett kniete und betete, versuchte ich so gut wie möglich, meine Gedanken auf belanglose Dinge zu kanalisieren. Ich dachte mir nichts dabei, redete mir ein, dass es anderen auch so gehen würde, und verlor mehr und mehr das Vertrauen zu unserem Herren. Als meine Eltern meine Veränderung schließlich bemerkten, war es für mich bereits zu spät. Ich liebte dich und hatte damit gegen das wichtigste Gebot verstoßen. Aber wie soll man ein Herz dazu bringen, zu lügen?, habe ich mich gefragt. Vertrau auf dein Herz und deinem Gott, sagten sie. Aber was wenn das Herz das genaue Gegenteil von dem sagt, was der Herr vorschreibt?
Heute ist mein Geburtstag. Erinnerst du dich daran, was wir alles tun wollten? Aber du bist weg. Verschwunden. Hast mich allein gelassen. An einen Ort, an den ich nicht mehr hingehöre. Es ist so schrecklich ohne dich. Gottes Vertrauen in mich ist zurückgekehrt, aber dort, wo mein Herz war, ist nur ein schwarzes Loch voller Dunkelheit und Schmerz zurückgeblieben... Sag mir, wie soll ich ohne ein Herz weiterleben können? Wie konntest du von mir verlangen, dir zu versprechen, dass ich ohne dich hierbleiben würde? Ich habe es getan, deinetwegen. Ich habe es versucht, deinetwegen. 
Vier Wochen sind seitdem vergangen und meine Eltern haben alles daran gesetzt, mich dazu zu bringen, dich zu vergessen. Aber sag mir, wie kann man dich vergessen? Wie soll ich dich vergessen, wo doch mein Herz mit dir verschwunden ist? Ich weiß, dass sie es nur gut gemeint haben. Wieder ihren normalen Jungen zurückhaben wollten. Ich hab' gelächelt, meine Gefühle für dich verleugnet, um sie glücklich zu machen. Weil ich nie wieder glücklich sein kann ohne dich. Es tut mir leid, dass ich mein Versprechen nicht halten kann. Es ist noch dunkel, früh am Morgen, alle schlafen noch. Das scheint mir der richtige Zeitpunkt zu sein. Ich will allein gehen. So wie du mich zurückgelassen hast. Ich kann die Sonne sehen, wie sie aufgeht und sich streckt. Ich weiß nicht, ob es das letzte Mal ist, dass ich sie zu Gesicht bekomme. Aber ohne dich, will ich die Sonne nie wieder sehen. Alles was ich will ist fallen. Fallen...




Würde mich sehr über eure Kritik freuen - ob positiv oder negativ (: 



Kommentare:

  1. Mir gefällt dein Schreibstil! :D Aber das ganze ist jetzt aus der Sicht eines Jungen oder? Ich war nämlich zwischendurch kurz verwirrt ;D
    Liebe Grüße
    Elisa (:

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